Speicherung und transport

NortH2 setzt auf die Produktion, Beförderung und Speicherung großer Wasserstoffmengen. Wie lässt sich der Wasserstoff vom Produktionsstandort, in diesem Fall auf der Nordsee, zum Endbenutzer befördern? Dazu stehen mehrere Verfahren zur Wahl. Welches Verfahren am kosteneffizientesten ist, hängt von der Wasserstoffmenge, dem Abstand und den jeweiligen Speichermöglichkeiten ab (es bieten sich nicht in jedem Land leere Salzkavernen an).

Bei kleinen Wasserstoffmengen ist der Transport in Druckflaschen oder in Tankanhängern für Wasserstoff unter Hochdruck, den sogenannten Tube-Trailern die erste Wahl. Bei den von NortH2 erzeugten Volumina reicht der Straßentransport nicht aus, für sie werden robuste Rohrleitungen benötigt. Dazu können die bestehende landesweite Rohrleitungsinfrastruktur und die Speicherkapazitäten eingesetzt werden.

Bereits jetzt im betrieb

In den Niederlanden werden bereits mehrere Wasserstoff-Rohrleitungen betrieben. Air Products z. B., ein Unternehmen für Industriegase, betreibt im Rotterdamer Hafen ein Wasserstoffnetzwerk. Dieses Netzwerk versorgt die Industrie vor Ort über ein 140 km langes Rohrnetz mit Wasserstoff. Ein anderes Unternehmen, Air Liquide, verbindet den Rotterdamer Hafen über ein Wasserstoff-Rohrnetz mit Nordfrankreich. Das Unternehmen verfügt außerdem über 1000 km Rohrleitungen im Ruhrgebiet. Der Durchmesser dieser Wasserstoff-Rohrleitungen ist übrigens viel kleiner als der der Hochdruck-Erdgasleitungen in den Niederlanden und Deutschland. In der niederländischen Provinz Zeeland verbindet eine 12 km lange Pipeline die Chemieunternehmen Dow Chemical und Yara. Sie wurden früher für Erdgas genutzt, seit Ende 2018 werden sie erfolgreich für Wasserstoff eingesetzt. Dies zeigt, dass der Übergang von Erdgas zu Wasserstoffgas relativ schnell und einfach erfolgen kann.

Leere kavernen

Zusätzlich zur Verbindung der Angebots- und Nachfragestandorte muss für Wasserstoff auch die zeitliche Übereinstimmung von Angebot und Nachfrage gewährleistet werden, sodass er den Abnehmern zu jedem gewünschten Zeitpunkt verfügbar ist. Dies setzt eine effiziente Speicherung als unverzichtbaren Bestandteil einer effektiven und zuverlässigen Infrastruktur voraus. Glücklicherweise können große Wasserstoffmengen in leeren Salzkavernen gespeichert werden. Im Norden der Niederlande befindet sich eine umfangreiche Salzschicht. Die dortigen Kavernen werden bereits jetzt zur Lagerung von Erdgas eingesetzt. Um alle Gebiete rechtzeitig mit der richtigen Wasserstoffmenge versorgen zu können, müssen die leeren Salzkavernen auf die Speicherung von grünem Wasserstoff vorbereitet werden.

Kosten

Die Kosten für die Einrichtung der landesweiten Basisinfrastruktur betragen schätzungsweise 1,5 Milliarden Euro. In diesem Betrag ist der Umbau von Teilen des Erdgasnetzwerks, insbesondere der Kompressorstationen und der Neubau einiger Leitungen, inbegriffen. Zum Vergleich: Das Anlegen eines neuen, landesweiten Wasserstoff-Rohrnetzes mit komplett neuen Leitungen würde ungefähr das Vierfache kosten.

Die Niederlande und Deutschland können auf diese Weise gemeinsam eine einzigartige Energieinfrastruktur aufbauen, die aus dem Strom- und Erdgasnetz besteht, das teilweise zum Transport von Wasserstoff eingesetzt wird. Diese Netzwerke verstärken einander und sorgen gemeinsam für eine zuverlässige, bezahlbare und nachhaltige Energieversorgung.

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